Welche Art kommt für mich in Frage?

aktualisierte und überarbeitete Version (Oktober 2020)

Ich habe hier eine Zusammenstellung der einzelnen Arten gemacht und jeweils stichwortartig meine Erfahrungen und Eindrücke dazu geschrieben.

Etwas ausführlichere Steckbriefe finden sich auf der Homepage der IG-Phelsuma.

Bei Arten, welche ich selbst nie gehalten habe, beziehe ich mich auf den Austausch mit anderen Haltern und auf die Literatur (z.B. HALLMANN et al. 2008; BERGHOF 2014).

Phelsuma abbotti abbotti STEJNEGER, 1893 (Aldabrataggecko): 

Vermutlich nicht mehr in Terrarienhaltung verfügbar, jedoch auch für Einsteiger bedingt geeignet. Die Tiere sind sehr zutraulich. Falls noch Tiere vorhanden sind, sollten diese auf keinen Fall mit abbotti chekei vermischt werden. Wenig Farbverlust als Nachzucht. Auf zu feuchte Haltung und das Zufüttern von Drosophila reagieren die Tiere sensibel. Fraglich, ob sich die Unterarten taxonomisch halten können.

Gesamtlänge: 11cm Männchen 10cm Weibchen

Herkunft: Seychellen (Aldabra Atoll)

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Vergräbt die Eier in den Bodengrund, meist unter Wurzeln oder Steinen. Im Biotop sind die Tiere oft auf Seychellenschildkröten zu finden, wo sie nach Fliegen jagen.

Phelsuma abbotti chekei BÖRNER & MINUTH, 1984 (Chekes Aldabrataggecko):

Eher selten in Terrarienhaltung, für Einsteiger geeignet. Die Tiere sind sehr zutraulich. Verschiedene Farbformen (grün/blau) aufgrund der Lokalitäten existieren und der Übergang zu Phelsuma masohala im Nordosten ist fliessend. Wenig Farbverlust als Nachzucht. Auf zu feuchte Haltung und das Zufüttern von Drosophila reagieren die Tiere sensibel.

Gesamtlänge: 13-16cm

Herkunft: Nordwestmadagaskar

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Die Art beinhaltet verschiedene Lokalvarianten von blau über grün bis ins gräuliche.

Phelsuma abbotti sumptio CHEKE, 1982 (Sumptio-Aldabrataggecko): 

Eher selten in Terrarienhaltung, für Einsteiger geeignet. Die Tiere sind sehr zutraulich. Verschiedene Farbformen (grün/blau) aufgrund der Lokalitäten existieren und der Übergang zu Phelsuma masohala im Nordosten ist fliessend. Wenig Farbverlust als Nachzucht. Auf zu feuchte Haltung und das Zufüttern von Drosophila reagieren die Tiere sensibel.

Gesamtlänge: 17cm Männchen 14cm Weibchen

Herkunft: Seychellen (Insel Sumptio)

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: die Tiere haben eine Aktivitäts- und eine Prachtfärbung

Phelsuma andamanense BLYTH, 1860 (Andamanen-Taggecko): 

Diese Art ist aufgrund von innerartlichen Aggression für Einsteiger nicht geeignet. Je nach Situation muss schnell richtig gehandelt werden. Die Art generell, jedoch vor allem Männchen, sind zudem sehr selten verfügbar und weisen als Nachzuchten einen leichten Farbverlust auf.

Gesamtlänge: 14cm Männchen 13cm Weibchen

Herkunft: Indien (Andamaneninseln)

Ablageverhalten: Eikleber

Besonderes: einzige Phelsumenart, welche nicht aus Madagaskar und den umliegenden Inselgruppen stammt.

Phelsuma antanosy RAXWORTHY & NUSSBAUM, 1993 (Antanosy-Taggecko): 

Bisher im Terrarienbestand nicht verfügbar, Tiere sind im Habitat aufgrund von Lebensraumzerstörung stark gefährdet. Bürokratie verhindert ein Erhaltungsprogramm.

Gesamtlänge: 10cm

Herkunft: Südostmadagaskar

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: eine der seltensten Arten innerhalb der Gattung.

Phelsuma astriata astriata TORNIER, 1901 (kleiner Seychellentaggecko): 

Die (Unter-)art ist bedingt für Einsteiger geeignet, es sollte immer ein Ausweichterrarium zur Verfügung stehen, um bei innerartlichen Aggressionen Paare trennen zu können. Wenig scheu und praktische kein Farbverlust als Nachzuchten. Leider wird die Art kaum noch gepflegt, vor allem Männchen scheinen nicht mehr verfügbar zu sein.

Gesamtlänge: 13cm

Herkunft: Seychellen (Insel Mahé)

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Eine von zwei endemischen Seychellenarten. Im Alter kann sich der Rücken leuchtend blau färben.

Phelsuma astriata semicarinata CHEKE, 1982 (kleiner Seychellentaggecko): 

Die (Unter-)art ist bedingt für Einsteiger geeignet, es sollte immer ein Ausweichterrarium zur Verfügung stehen, um bei innerartlichen Aggressionen Paare trennen zu können. Wenig scheu und praktische kein Farbverlust als Nachzuchten. Leider wird die Art selten gepflegt.

Gesamtlänge: 12cm

Herkunft: Seychellen (Insel Praslin)

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Rückenzeichnung fischgratähnlich

Phelsuma barbouri LOVERRIGE, 1942 (Gebirgstaggecko): 

Diese attraktive, zutrauliche Art ist für Anfänger leider absolut ungeeignet. Sie benötigt starke Jahres-, und Tagesschwankungen in Bezug auf Temperatur. Weibchen können sehr aggressiv werden und störende Männchen töten, die Partnerwahl ist Entscheidend für die Vermehrung. Als Nachzucht weist die Art keinen Farbverlust auf. Die Art ist relativ selten in Terrarien anzutreffen und vor allem Weibchen sind kaum verfügbar.

Gesamtlänge: 14cm

Herkunft: Madagaskar Hochland

Ablageverhalten: Eikleber

Besonderes: Eine der wenigen felsenbewohnenden Arten, welche verschiedene Lokalvarianten ausbildet.

Phelsuma berghofi KRÜGER, 1996 (Berghofs Taggecko): 

Diese Art ist für Einsteiger ungeeignet. Sie ist relativ selten verfügbar, vor allem Männchen. Immer wieder sterben Tiere plötzlich aus unerklärlichen Gründen, was möglicherweise auf einen genetischen Defekt des kleinen Zuchtstammes zurückzuführen ist. Wenig scheu und weist als Nachzucht keinen Farbverlust auf.

Gesamtlänge: 12cm

Herkunft: Südostmadagaskar

Ablageverhalten: Eikleber

Besonderes: Diese Art ist nahe mit Phelsuma dubia verwandt, weist aber ein gelbliches Prachtkleid auf.

Phelsuma borai GLAW, KÖHLER & VENCES, 2009 (Boras Taggecko): 

nicht im Terrarienbestand, über die wenigen Tiere, welche im Südwesten Madagaskars gefunden wurden, ist derzeit noch nicht viel bekannt.

Gesamtlänge: 10cm

Herkunft: Madagaskar

Ablageverhalten: vermutlich Eifreileger

Besonderes: Enorm grosse Zehen.

Phelsuma borbonica agalegae CHEKE, 1975 (Agalegae-grüner Bergtaggecko):

Diese Art ist relativ schlecht verfügbar und für Anfänger nur bedingt geeignet. Männchen können gegenüber Weibchen aggressiv werden, oft müssen Paare im Herbst getrennt werden. Die Art ist zeigefreudig, beim Hantieren kann sie jedoch sehr hektisch und scheu reagieren. Als Nachzucht weisen sie leichte Farbverluste auf.

Gesamtlänge: Männchen 17cm Weibchen 14cm

Herkunft: Maskarenen (Insel Agalegae)

Ablageverhalten: Eikleber

Besonderes: Diese Unterart lebt auf einer kleinen Insel weit weg von der Nominatform.

Phelsuma borbonica borbonica MERTENS, 1966 (grüner Bergtaggecko): 

Diese Art ist für Einsteiger bedingt geeignet. Sie benötigt starke Tages- und Jahresschwankungen in Bezug auf die Temperatur. Des weiteren können sie innerhalb eines Paares ziemlich aggressiv werden, wobei Paare oftmals das ganze Jahr über harmonieren. 
Die Art ist zeigefreudig, beim Hantieren kann sie jedoch sehr hektisch und scheu reagieren. Diese wohl farbenprächtigste Phelsume weist als Nachzucht leichte Farbverluste auf.

Gesamtlänge: Männchen 16cm Weibchen 12cm

Herkunft: Maskarenen (nördlicher Teil von la Réunion)

Ablageverhalten: Eikleber

Besonderes: Diese Art ist farblich abhängig vom Fundort extrem variabel und kann die Farbe zudem Chamäleon artig ändern. Ob sich darunter eine weitere Art oder Unterart verbirgt ist unklar und wird derzeit untersucht.

Phelsuma borbonica mater MEIER, 1995 (grüner Bergtaggecko): 

Diese (Unter-)art ist für Einsteiger bedingt geeignet. Sie benötigt starke Tages- und Jahresschwankungen in Bezug auf die Temperatur. Des weiteren können sie innerhalb eines Paares ziemlich aggressiv werden, wobei Paare oftmals das ganze Jahr über harmonieren. Sie ist zwar meist zeigefreudig, beim Hantieren jedoch hektisch und scheu. Als Nachzucht weisen sie leichte Farbverluste auf.

Gesamtlänge: Männchen 16cm Weibchen 14.5cm

Herkunft: Maskarenen (südlicher Teil von la Réunion)

Ablageverhalten: Eikleber

Besonderes: Gemäss AUSTIN et al. 2004 ist die Unterart zu der Nominatform zu rechnen, was aber nicht von allen Autoren anerkannt wird (z.B. HALLMANN et al. 2008).

Phelsuma breviceps BOETTGER, 1894 (Kurzkopftaggecko): 

Diese trockenen Dornwald bewohnende Art ist für Anfänger nicht geeignet und selten verfügbar. Sie benötigt starke Tages- und Jahresschwankungen in Bezug auf die Temperatur und sehr helles Licht. Sie gelten als wenig bis gar nicht scheu und weisen keinen Farbverlust als Nachzucht auf.

Gesamtlänge: 12cm

Herkunft: Südwestmadagaskar

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: legt die Eier oft in den Stacheln von Euphorbia stenoclada ab.

Phelsuma cepediana (MILBERT, 1812) (Blauschwanztaggecko): 

Diese Art ist wenig verfügbar, besonders die Männchen. Eigentlich müsste man sogar von Arten sprechen (vgl. AUSTIN et al. 2003; HARMON et al. 2008). Die Tiere unterscheiden sich vor allem in Färbung, Form der Zahl von Anofemoralporen bei den Männchen und Gularschuppen (unveröffentlicht, WOHLER 2013).

Form A: Süden von Mauritius. Langschwänzige Art, bei der der Lateralstreifen bei den ausgewachsenen Männchen verschwindet, wenn sie die Aktivitätstemperatur erreichen. Vermutlich nicht in Terrarienhaltung.

Form B: Hochland von Mauritius. Kann sich bei Kälte komplett schwarz färben. Lateralstreifen fehlt bei ausgewachsenen Männchen.

Form C: Norden von Mauritius. Neonartiger Glanz ist typisch für die eher kleinbleibenden Tiere. Am häufigsten gepflegt.

Form A extrem scheu und nicht für die Terrarienhaltung geeignet. Form B nur für erfahrene Halter, Form C bedingt für gut informierte Einsteiger geeignet.
Vor allem Weibchen, aber auch Männchen sind sehr anfällig auf kleinste Haltungsfehler. Die Art kann sehr scheu sein und reagiert mit einem unkontrollierbaren Fluchtverhalten, entsprechend sind sie sehr stressempfindlich. Farbverlust als Nachzucht ist mittelmässig und stark vom Licht abhängig.

Gesamtlänge: Männchen je nach Lokalform 10-15cm, Weibchen 10-12cm

Herkunft: Maskarenen (Mauritius)

Ablageverhalten: Eikleber

Besonderes: Die als erstes beschriebene Phelsumenart überhaupt.

Phelsuma comorensis (BOETTGER, 1913) (Komoren-Taggecko): 

Diese Art wäre für Einsteiger gut geeignet, ist jedoch leider so gut wie gar nicht mehr verfügbar, in Europa vermutlich ganz aus den Terrarien verschwunden. Sie ist wenig scheu und weist keinen Farbverlust auf als Nachzucht.

Gesamtlänge: 12cm

Herkunft: Komoren (Insel Grande Comore)

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Nach der Inselgruppe benannt, auf der sie endemisch vorkommt.

Phelsuma dorsivittata MERTENS, 1964 (Rückenstreifentaggecko):

Diese Art ist für Einsteiger gut geeignet. Sie ist mittelscheu und weist einen leichten bis mittleren Farbverlust als Nachzucht auf. Es sind zwei Verbreitungsvarianten bekannt, Tiere aus dem Norden und die „cf dorsivittata“ von Nosy Be (vgl. GEHRING et. al 2013).

Gesamtlänge: 12cm

Herkunft: Nordmadagaskar

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Die Tiere gehören zum hochkomplexen lineata-Artenkomplex, welcher bis heute nicht vollständig aufgeschlüsselt werden konnte. Die immer noch laufenden Evolutionsprozesse lassen sich mit ihren fliessenden Übergängen nicht immer vollständig in unser taxonomisches Schema drücken.

Phelsuma dubia (BOETTGER, 1881) (Palmtaggecko):

Diese Art ist für Einsteiger gut geeignet. Sie gilt als nicht scheu und weist je nach Beleuchtung leichte bis mittlere Farbverluste als Nachzucht auf. Da sich immer weniger Leute mit der Art beschäftigen, ist sie eher selten in den Terrarien anzutreffen, obwohl sie legal importiert werden darf und einfach zu vermehren ist.

Gesamtlänge: 16cm

Herkunft: Nordwestmadagaskar

Ablageverhalten: Eikleber

Besonderes: Bis aufs afrikanische Festland verbreitete Phelsumenart, welche im Prachtkleid wunderschön blau leuchtet.

Phelsuma edwardnewtoni VINSON & VINSON, 1969 (Edward Newtons Taggecko):

Gilt als ausgestorben. Grund dafür waren vermutlich Ratten, welche von den Seefahrern mitgebracht wurden (vgl. CHEKE, 2008), entsprechend besteht wenig Hoffnung noch Tiere zu finden. Es existieren konservierte Tiere in Paris, London und Privatsammlung Herbert Rösler, welches inzwischen an das Naturkundemuseum in Erfurt DE ging.

Gesamtlänge: 20cm

Herkunft: Maskarenen (Insel Rodriguez)

Ablageverhalten: Eikleber

Besonderes: gemäss alten Erzählungen handelte es sich um eine sehr farbenprächtige, zutrauliche Phelsumenart, welche leider ausgestorben ist.

Phelsuma flavigularis MERTENS, 1962 (Gelbkehltaggecko): 

Diese Art ist für Einsteiger ungeeignet. Sie sind selten verfügbar. Die Männchen sind massiv grösser als die Weibchen und es muss darauf geachtet werden, dass das Männchen das Weibchen nicht tötet. Sie benötigen des weiteren starke Temperaturschwankungen. Sie sind wenig bis mittelscheu und verblassen als Nachzucht wenig bis gar nicht. 

Gesamtlänge: Männchen 17cm Weibchen ca. 12cm

Herkunft: Ostmadagaskar

Ablageverhalten: Eikleber

Besonderes: Flach geformte, ans Hochland angepasste Art.

Phelsuma gigas (LIÉNARD, 1842) (Riesentaggecko):

Diese Art gilt als ausgestorben, Grund dafür waren vermutlich Ratten, welche von den Seefahrern mitgebracht wurden, entsprechend besteht wenig Hoffnung noch Tiere zu finden (vgl. CHEKE, 2008).

Gesamtlänge: 40cm und mehr

Herkunft: Maskarenen (Insel Rodriguez)

Ablageverhalten: Eikleber

Besonderes: Die grösste bekannte Taggeckoart, von der nur noch Knochen und Berichte existieren.

Phelsuma gouldi GROTTINI et al., 2011 (Goulds Taggecko): 

Es ist zweifelhaft, ob die kleine Anzahl Tiere in Terrarienbeständen tatsächlich P. gouldi zugeordnet werden kann, falls ja, dürfte sich die Haltung von P. mutabilis kaum unterscheiden.
Angeblich anhand der Form des Mentalschildes von P. mutabilis unterscheidbar (vgl. GROTTINI et al. 2011). Allerdings zeigten eigene Vergleiche bei diversen P. mutabilis Nachzuchten ebenfalls diese Glockenform. Auch die kupferfarbene Schwanzfärbung im Prachtkleid konnte bei P. mutabilis beobachtet werden.

Gesamtlänge: 10cm

Herkunft: Madagaskar

Ablageverhalten: vermutlich Eifreileger

Besonderes: Ohne genetische Analysen nicht von P. mutabilis unterscheidbar.

Phelsuma grandis GRAY, 1870 (grosser [Madagaskar-]Taggecko): 

Diese Art ist für Einsteiger bedingt geeignet. Die Tiere sind an sich sehr robust, es muss jedoch auf innerartliche Aggressivitäten geachtet werden und ein entsprechend grosses Terrarium zu Verfügung stehen. Die Art ist meist zutraulich und weist als Nachzucht bei guter Haltung keinen Farbverlust auf. Inzwischen in verschiedenen Farbzüchtungen erhältlich.

Gesamtlänge: 30cm

Herkunft: ursprünglich Nordmadagaskar

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Der hohe Schutzstatus (WAII) trügt über den Fakt, dass die Art in den Tropen weit verbreitet und vielerorts gar als invasive Art bekämpft wird

Phelsuma guentheri BOULENGER, 1885 (Günthers Taggecko): 

Die Haltung dieser Art ist ohne Genemigung der Regierung von Mauritius nicht erlaubt, welche nicht an Privatpersonen erteilt wird. Entsprechend ist diese Art nicht im Terrarienbestand anzutreffen. Handel mit der einzigen Art der Gattung, welche lange im Anhang eins des Washingtoner Abkommens gelisteten war, ist verboten. Die Art wurde eine Zeit lang vom Jersey Zoo gehalten und vermehrt, die Tiere oder deren Nachfahren leben aber inzwischen auf der Ile aux Aigrette.

Gesamtlänge: 30cm

Herkunft: Maskarenen (Mauritius: Round Island, Ile aux Aigrette)

Ablageverhalten: Eikleber

Besonderes: Ursprünglich nur noch auf Round Island heimisch, kann die Art nun auch von Touristen wieder auf Ile aux Aigrettes im natürlichen Habitat betrachtet werden.

Phelsuma guimbeaui MERTENS, 1963 (Mauritius Taggecko): 

Diese Art ist für Einsteiger nicht geeignet. Die Art (vor allem Männchen) ist selten erhältlich und schwierig zu vermehren. Die Weibchen reagieren sehr stark auf kleinste Mangelerscheinungen und die Tiere können plötzlich das Fressen einstellen. Weiter ist auf innerartliche Aggressivität zu achten. Der Farbverlust als Nachzucht ist je nach Beleuchtung stark bis mittel. Die Art ist vom Naturell aus eher scheu.

Gesamtlänge: Männchen 15cm Weibchen 12cm

Herkunft: Maskarenen (Mauritius, West)

Ablageverhalten: Eikleber

Besonderes: In der Natur eine der am stärksten Gefährdeten Arten der Gattung.

Phelsuma guttata KAUDERN, 1922 (gefleckter Taggecko): 

Die Art ist für Halter mit etwas Erfahrung geeignet, wobei die Aufzucht der Jungtiere oftmals Probleme bereitet. Es werden nur wenige Tiere in Terrarien gepflegt und besonders Männchen sind selten. Die Art weist als Nachzucht einen leichten Farbverlust auf.

Gesamtlänge: 13cm

Herkunft: Nordostmadagaskar

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: einzigartige Kehlbeschuppung innerhalb der Gattung

Phelsuma hielscheri RÖSLER, OBST & SEIPP, 2001 (Hielschers Taggecko):

Diese Art ist für Neueinsteiger gut geeignet. Es gibt verhältnismässig wenig Männchen im Bestand. Leider ist diese Art ziemlich scheu und tendiert als Nachzucht zu relativ starkem Farbverlust. In den Terrarien selten geworden.

Gesamtlänge: 17cm

Herkunft: Westmadagaskar

Ablageverhalten: Eikleber

Besonderes: sieht aus wie eine sehr türkisblaue, grosse P. dubia

Phelsuma hoeschi BERGHOF & TRAUTMANN, 2009 (Höschs Taggecko):

Diese Art ist für gut informierte Einsteiger geeignet, obwohl sie eine der kleinsten Phelsumenarten und wohl die kleinste in der Terraristik überhaupt darstellt. Sie ist ziemlich zutraulich und tendiert je nach Haltung zu relativ starkem Farbverlust und/oder braucht sehr lange bis sie wirklich ausgefärbt ist und ihre Farben zeigt. Genetisch sehr nahe bei P. p. hallmanni (vgl. GEHRING et al. 2013), welche die Hochlandform dazu zu sein scheint.

Gesamtlänge: 7cm

Herkunft: Madagaskar

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Die Tiere gehören zum hochkomplexen lineata-Artenkomplex, welcher bis heute nicht vollständig aufgeschlüsselt werden konnte. Die immer noch laufenden Evolutionsprozesse lassen sich mit ihren fliessenden Übergängen nicht immer vollständig in unser taxonomisches Schema drücken.

Phelsuma inexpectata MERTENS, 1966 (La Réunion-Taggecko): 

Diese Art ist selten verfügbar, besonders die Männchen. Für Neueinsteiger halte ich sie für ziemlich ungeeignet. Weibchen sind sehr anfällig auf kleinste Haltungsfehler. Die Art kann sehr scheu sein und reagiert mit einem unkontrollierbaren Fluchtverhalten. Entsprechend sind sie relativ stressanfällig. Farbverlust als Nachzucht sind mittelmässig bis stark.

Gesamtlänge: Männchen 13cm Weibchen 11cm

Herkunft: Maskarenen (La Réunion)

Ablageverhalten: Eikleber

Besonderes: Das sehr kleine Verbreitungsgebiet ist streng geschützt, der deshalb stark gefährdete Bestand ist dank der NOI derzeit so dicht, dass die Chance auf eine Sichtung im Habitat recht gross ist.

Phelsuma kely SCHÖNECKER, BACH & GLAW, 2004 (kleiner Taggecko): 

Dese Art ist sehr selten, vermutlich gar nicht mehr im Terrarienbestand. Sie ist für Einsteiger nicht geeignet. Es sind extrem kleine Tiere und die Aufzucht der Nachzuchten bereitet Mühe. Sie sind wenig scheu und weisen als Nachzuchten keinen Farbverlust auf.

Gesamtlänge: 7cm

Herkunft: Ostmadagaskar

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Die kleineste bekannte Phelsumenart. Die Tiere gehören zum hochkomplexen lineata-Artenkomplex, welcher bis heute nicht vollständig aufgeschlüsselt werden konnte (vgl. GEHRING et al. 2013). Die immer noch laufenden Evolutionsprozesse lassen sich mit ihren fliessenden Übergängen nicht immer vollständig in unser taxonomisches Schema drücken.

Phelsuma klemmeri SEIPP, 1991 (blauer Bambustaggecko): 

Diese Art ist für Einsteiger gut geeignet und auch regelmässig erhältlich. Sie kann sehr zutraulich werden, verblasst nicht und verkraftet kleinere Haltungsfehler, abgesehen von Staunässe recht gut. Von dieser spät entdeckten, in der Natur seltenen Art kam nur eine Hand voll Tiere nach Europa, aus denen ein stabiler Terrarienbestand ohne Inzuchterscheinungen entstand.

Gesamtlänge: 9cm

Herkunft: Nordwestmadagaskar

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Diese Art kann sich extrem abflachen und entkommt so durch kleinste Ritzen.

Phelsuma kochi MERTENS, 1954 (Kochs Taggecko):

Diese Art ist für Neueinsteiger gut zu halten. Sie benötigt ein grosses Terrarium. Die Art ist als Paar meist friedlich und wenig scheu. Sie verblasst als Nachzucht je nach Beleuchtung leicht bis gar nicht. Die Tiere sollten eher trocken gehalten werden.

Gesamtlänge: 22cm

Herkunft: Nordwestmadagaskar

Ablageverhalten:Eifreileger 

Besonderes: Die Jungtiere dieser Art weisen eine sehr attraktive Jugendzeichnung auf.

Phelsuma laticauda angularis MERTENS, 1964 (gewinkelter Goldstaubtaggecko): 

Diese robuste Art ist für Einsteiger gut geeignet, leider vor allem Männchen derzeit kaum erhältlich, obwohl diese problemlos gezeitigt werden könnten. Sie ist etwas kleiner als die Nominatform, verblasst ein wenig als Nachzucht und verkraftet kleinere Haltungsfehler meist problemlos.

Gesamtlänge: 11.5cm

Herkunft: Nordwestmadagaskar

Ablageverhalten: Eifreileger 

Besonderes: diese Art weist oft viel mehr Blauanteil auf als die Nominatform.

Phelsuma laticauda laticauda (BOETTGER, 1880) (Goldstaubtaggecko): 

Diese Art ist für Einsteiger gut geeignet. Die Zutraulichkeit kann zwischen den Individuen stark variieren. Oft verblassen die Tiere als Nachzucht ein wenig (vor allem das Rot). Selbst gröbere Haltungsfehler wie Stauluft werden oft recht lange verziehen, weshalb es sich wohl um die Einsteigerart schlechthin handelt.

Gesamtlänge: 13cm

Herkunft: Nordwestmadagaskar

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Feine gelbe Schüppchen sehen aus wie ein feiner Goldstaub (vgl. deutscher Name).

Haltungsbericht

Phelsuma lineata bombetokensis MERTENS, 1964 (Bombetoka-Streifentaggecko): 

Diese Unterart ist für informierte Einsteiger durchaus geeignet. Leider weist die Art einen Farbverlust auf im Terrarium und gilt als scheu. Entsprechend ist sie selten in den Terrarien anzutreffen. Obwohl die Art eigentlich recht weit von Phelsuma lineata entfernt ist, wird sie dazu gerechnet und darf deshalb legal importiert werden (was jedoch selten der Fall ist).

Gesamtlänge: 11cm

Herkunft: Nordwestmadagaskar

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Die Tiere können im Botanischen Garten von Kiel beobachtet werden. Sie gehören zum hochkomplexen lineata-Artenkomplex (vgl. GEHRING et al. 2013).

Phelsuma lineata elanthana KRÜGER, 1996 (verkannter Streifentaggecko): 

Diese Unterart ist für Einsteiger durchaus geeignet. Sie hat als Nachzucht einen Farbverlust und gilt als mittelscheu. Eine Nachtabsenkung bezüglich Temperatur ist empfohlen, da es sich um einen Hochlandbewohner handelt. Sie ist sehr selten in den Terrarien anzutreffen und darf legal importiert werden (was jedoch selten der Fall ist).

Gesamtlänge: 12cm

Herkunft: Zentralmadagaskar

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Die Tiere gehören zum hochkomplexen lineata-Artenkomplex, welcher bis heute nicht vollständig aufgeschlüsselt werden konnte. Die immer noch laufenden Evolutionsprozesse lassen sich mit ihren fliessenden Übergängen nicht immer vollständig in unser taxonomisches Schema drücken.

Phelsuma lineata lineata (GRAY, 1842) (Streifentaggecko): 

Diese Unterart ist für Einsteiger durchaus geeignet. Sie hat als Nachzucht einen Farbverlust und gilt als mittelscheu. Sie ist selten in den Terrarien anzutreffen, obwohl sie einfach zu vermehren sind und regelmässig legal importiert wird.

Gesamtlänge: 14.5cm

Herkunft: Ostmadagaskar

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Namensgebende, ursprünglich beschriebene lineata-Art, der inzwischen eine hochkomplexe Artengruppe zuzuordnen ist.

Phelsuma lineata punctulata MERTENS, 1970 (gepunkteter Streifentaggecko): 

Müsste gemäss GEHRING et al. 2013 wohl Artstatus erhalten. Diese „Unterart“ war wohl noch nie in der Terraristik vertreten, obwohl man sie grundsätzlich noch legal importieren dürfte. Da es sich um einen typischen Hochlandbewohner handelt, wäre eine Nachtabsenkung bezüglich Temperatur unabdingbar. Eine der wenigen felsbewohnenden Arten.

Gesamtlänge: 11.5cm

Herkunft: Nordmadagaskar

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Obwohl schon lange beschrieben, ist über diese Unterart noch sehr wenig bekannt.

Phelsuma madacascariensis boehmi MEIER, 1982 (Böhms Madagaskartaggecko): 

Diese Unterart ist nicht für Neueinsteiger geeignet. Sie benötigt Temperaturschwankungen und kaum noch in der Terraristik vertreten, bei vorhandenen Tieren ist oft fraglich, ob es sich tatsächlich um diese Unterart handelt. Die Art darf noch legal importiert werden. Als Nachzucht verblasst sie nicht und gilt als wenig scheu.

Gesamtlänge: 23cm

Herkunft: Ostmadagaskar

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Diese Unterart hat sehr grosse Zehen und eine schwarze Zwischenschuppenhaut.

Phelsuma madagascariensis madagascariensis (GRAY, 1831) (Madagaskartaggecko): 

Diese Unterart ist bedingt für Neueinsteiger geeignet. Als Nachzucht verblasst sie nicht und gilt als wenig scheu. Innerhalb eines Paares kann es zu Aggressivität kommen.

Gesamtlänge: 24cm

Herkunft: Ostmadagaskar

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Es gibt eine kleine Form, welche nur ca. 16cm erreicht.

Phelsma malamakibo NUSSBAUM et al., 2000 (glattbäuchiger Taggecko):

Diese Art ist nicht für Neueinsteiger geeignet. Sie benötigt starke Jahres- und Tagesschwankungen in Bezug auf die Temperatur. Als Nachzucht verblasst sie nicht und die Art gilt als wenig scheu. Sie ist noch eher selten im Terrarienbestand (vor allem die Männchen).

Gesamtlänge: 12.5cm

Herkunft: Zentralmadagaskar

Ablageverhalten: Eikleber

Besonderes: Eine der wenigen Felsbewohner der Gattung, welche im richtigen Licht einen schönen Türkisschimmer zeigt.

Phelsuma masohala RAXWORTHY & NUSSBAUM, 1994 (Masohala-Taggecko):

Sehr selten im Terrarienbestand, stellt vermutlich eine Unterart von Phelsuma abbotti dar und dürfte sich in vielen Punkten nicht weiter von dieser Unterscheiden.
Aufgrund der wenigen Tiere und der Seltenheit im Biotop macht es keinen Sinn, diese Tiere an Anfänger abzugeben, auch wenn sie in der Pflege vermutlich nicht viel anspruchsvoller sind als Phelsuma abbotti.

Gesamtlänge: 12cm

Herkunft: vermutlich Ostmadagaskar

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Das eigentliche Verbreitungsgebiet wurde langezeit nicht gefunden. Die Koordinaten der Terra typica liegen im Meer.

Phelsuma modesta leiogaster MERTENS, 1973 (glattbäuchiger unscheinbarer Taggecko):

Diese Unterart ist eher scheu und tendiert als Nachzucht zu relativ starkem Farbverlust und/oder braucht sehr lange bis sie wirklich ausgefärbt ist. Für Einsteiger ist die Art bedingt geeignet, wird jedoch leider kaum noch gepflegt.

Gesamtlänge: 10.5 cm

Herkunft: Südwestmadagaskar

Ablageverhalten: Eikleber

Besonderes: Die Unterart wird in Zukunft möglicherweise als Phelsuma leiogaster leiogaster bezeichnet werden, da die heutigen Phelsuma modesta nicht auf die ursprüngliche Beschreibung passen und leiogaster dann der älteste Namen für dieses Taxon wäre (vgl. HOFMANN 2012).

Phelsuma modesta modesta MERTENS, 1970 (unscheinbarer Taggecko):

Die Nominatform ist oftmals eher scheu und tendiert als Nachzucht zu relativ starkem Farbverlust und/oder braucht sehr lange bis sie wirklich ausgefärbt ist. Für Einsteiger ist die Art bedingt geeignet.

Gesamtlänge: 10-12cm

Herkunft: Südmadagaskar

Ablageverhalten: Eikleber

Besonderes: Die Nominatform ist sehr variabel und beinhaltet die frühere Unterart P. m. isakae. Der Färbungstyp „Isakae“ wird heute am häufigsten gepflegt. Die Nominatform wird künftig möglicherweise als Phelsuma leiogaster isakae bezeichnet werden, da was wir heute unter Phelsuma modesta verstehen nicht mit dem übereinstimmt, was ursprünglich als P. modesta beschrieben wurde (vgl. HOFMANN 2012).

Phelsuma mutabilis (GRANDIEDIER, 1869) (veränderlicher Taggecko):

Diese Dornwald bewohnende Art eignet sich begrenzt für Neueinsteiger. Sie hat einen enormen Lichtanspruch und vor allem Jungtiere ertragen Nässe nicht. Wenn auch in der Natur häufig, wird die Art selten gepflegt. Sie ist sehr zutraulich und hat als Nachzucht keinen Farbverlust.  Die Weibchen sind empfindlich auf Rachitis. Ich habe mit dem Verfüttern von Drosophila bei dieser Art sehr schlechte Erfahrung gemacht. Die Jungtieraufzucht bereitet immer wieder Schwierigkeiten.

Gesamtlänge: 10cm

Herkunft: Westmadagaskar

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Diese Art kann die Färbung (vor allem die Schwanzoberseite) innert kürzester Zeit komplett umfärben, so dass die hellblau oder kupferfarben wird.

Phelsuma nigristriata MEIER, 1984 (Schwarzstreifentaggecko):

Diese Art ist für Einsteiger gut geeignet. Sie ist nicht sehr scheu, verblasst höchstens leicht als Nachzucht. Die Art verkraftet kleinere Haltungsfehler gut.

Gesamtlänge: 10cm

Herkunft: Komoren (Insel Mayotte)

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Die Jungtiere weisen feine hellblaue Schüppchen auf.

Rhoptropella ocellata (BOULENGER, 1885) (Augenflecktaggecko):

Diese westafrikanische Taggeckoart wurde immer wieder zur Gattung Phelsuma gestellt und verdient deshalb einen Platz hier. Es war in ständiges Hin und Her zwischen Rhoptropella (monotypische Gattung) und Phelsuma. Neuere Untersuchungen von RÖLL (1999; 2016) stellen die Art nun wohl definitiv zu der monotypischen Gattung Rhoptropella, was genetische Untersuchungen (vgl. AUSTIN et al. 2004; ROCHA et al. 2010) bestätigten.
Mit Sicherheit handelt es sich um eine attraktive, jedoch nicht für Einsteiger geeignete Art, deren Nachzuchten nicht verblassen. Als wüsten- und felsbewohnende Tieflandart unterscheiden sie sich in der Haltung deutlich von den restlichen Arten der Gattung. Derzeit meines Wissens nicht im Terrarienbestand vertreten.

Gesamtlänge: 7cm

Herkunft: Namibia (Westafrika)

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Die den Phelsumen am nächsten stehende Art und Gattung, welche jedoch vollständig auf dem afrikanischen Festland lebt.

Phelsuma ornata GRAY, 1825 (Ornamenttaggecko):

Diese Art ist eher nicht für Einsteiger geeignet. ist eher scheu und kann ein sehr hektisches, unkontrollierbares Fluchtverhalten an den Tag legen. Die Weibchen sind relativ anfällig auf Mangelerscheinungen. Die Art hat einen hohen Lichtanspruch und Männchen sind seltener verfügbar. Nachzuchten sind leider meist deutlich blasser als Wildfänge.

Gesamtlänge: 12cm (St. Gabriel bis 14cm)

Herkunft: Maskarenen (Mauritius)

Ablageverhalten: Eikleber

Besonderes: Als Tieflandart in der Natur durch eine invasive P. grandis-Population stark gefährdet.

Phelsuma parkeri LOVERRIDGE, 1941 (Pemba-Taggecko):

Die Art ist mittelscheu und weist keinen Farbverlust als Nachzucht auf. Sie ist selten erhältlich und ziemlich sensibel, da sie unter anderem relativ schnell dehydriert. Tiere dürfen zwar legal importiert werden, doch gerade Wildfänge sind meist in einem sehr schlechten Zustand. Ein Kauf macht deshalb wenig Sinn und die in den Terrarien seltene Art sollte in den Händen von erfahrenen Haltern bleiben.

Gesamtlänge: 16.5cm

Herkunft: Tansania (Insel Pemba)

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: sehr heikle Art, welche auch für erfahrene Halter eine Herausforderung darstellt

Phelsuma parva MEIER, 1983 (kleiner Pfauenaugtaggecko):

Diese attraktive Art ist für Einsteiger gut geeignet. Sie ist eher scheu, das Rot verblasst ein wenig als Nachzucht. Die Art verkraftet kleinere Haltungsfehler gut.

Gesamtlänge: 9cm

Herkunft: West- und Ostmadagaskar

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Durch die beliebten, ehemals als „Phelsuma parva West“ bekannten Tiere, welche sich als P. dorsivittata herausstellten (vgl. GEHRING et al. 2013), wurde Phelsuma parva unbemerkt fast vollständig, möglicherweise ganz aus der Terrarienlandschaft verdrängt.

Phelsuma pasteuri MEIER, 1984 (Pasteurs Taggecko):

Diese Art ist für Einsteiger gut geeignet. Sie ist meist wenig scheu, verblasst wenig als Nachzucht und verkraftet kleinere Haltungsfehler gut.

Gesamtlänge: 11cm

Herkunft: Komoren (Insel Mayotte)

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: eine farblich ähnliche, gute Alternative für Einsteiger, welche sich für Phelsuma guimbeaui interessieren.

Phelsuma pronki SEIPP, 1995 (Pronks Taggecko):

Diese Art ist nicht für Anfänger geeignet, sie ist oft sehr scheu und weist keinen Farbverlust als Nachzucht auf. Sie benötigt starke Temperaturschwankungen und ist wenig verfügbar.

Gesamtlänge: 11cm

Herkunft: Zentralmadagaskar

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: die Art wurde anfangs nur in sehr kleiner Stückzahl entdeckt und gilt im Habitat bis heute als selten. Das Waldstück, wo sie gefunden wurden, wurde deshalb zu ihrem Schutz aufgekauft.

Phelsuma pusilla hallmanni MEIER, 1989 (Hallmanns Zwergtaggecko):

Diese Art ist nicht für Einsteiger geeignet. Sie ist eher scheu und verblasst als Nachzucht. Die Jungtiere sind sehr klein und die Art wird inzwischen wohl auch nicht mehr in Terrarien gepflegt.

Gesamtlänge: 10cm

Herkunft: Ostmadagaskar

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Es handelt sich hier wohl um die Hochlandform von P. hoeschi (vgl. GEHRING et al. 2013) und benötigt entsprechend eine Temperaturabsenkung in der Nacht.

Phelsuma pusilla pusilla MERTENS, 1964 (Zwergtaggecko):

Diese Art ist in den Terrarien selten geworden. Diese Art ist für Einsteiger bedingt geeignet. Sie ist eher scheu und verblasst als Nachzucht je nach Linie leicht bis sehr stark. Die Jungtiere sind sehr klein.

Gesamtlänge: 10cm

Herkunft: Ostmadagaskar

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Die kleineste bekannte Phelsumenart. Die Tiere gehören zum hochkomplexen lineata-Artenkomplex, welcher bis heute nicht vollständig aufgeschlüsselt werden konnte (vgl. GEHRING et al. 2013). Die immer noch laufenden Evolutionsprozesse lassen sich mit ihren fliessenden Übergängen nicht immer vollständig in unser taxonomisches Schema drücken.

Phelsuma quadriocellata bimaculata KAUDERN, 1922 (zweigefleckter Pfauenaugtaggecko):

Diese Unterart ist inzwischen kaum noch verfügbar, obwohl sie in der Natur häufig ist und legal importiert werden dürfte. Sie ist eher scheu und verblasst als Nachzucht ziemlich stark. Für Einsteiger bedingt geeignet.

Gesamtlänge: 11cm

Herkunft: Nordostmadagaskar

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Aufgrund der Variabilität in der Natur ist es unklar, ob im Terrarienbestand Tiere von den Unterarten P. b. bimaculata oder P. q. lepida gehalten werden.

Phelsuma quadriocellata lepida KRÜGER, 1993 (schöner Pfauenaugtaggecko):

Diese Unterart benötigt Temperaturschwankungen und ist eher scheu. Diese Art verblasst als Nachzucht ziemlich stark. Sie ist sehr selten verfügbar, obwohl sie in der Natur nicht selten ist und legal importiert werden dürfte. Für Einsteiger bedingt geeignet.

Gesamtlänge: 11cm

Herkunft: Nordostmadagaskar, Hochland

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Aufgrund der Variabilität in der Natur ist es unklar, ob im Terrarienbestand Tiere von den Unterarten P. b. bimaculata oder P. q. lepida gehalten werden.

Phelsuma (quadriocellata quadriocellata) PETERS, 1883 (Pfauenaugtaggecko):

Benötigt starke Temperaturschwankungen. Wenn die Importe nachlassen auch meist innerhalb kurzer Zeit schlecht verfügbar. Es handelt sich dabei nicht um eine einfach zu vermehrende Unterart, welche jedoch für gut informierte Einsteiger geeignet ist. Diese Art verblasst als Nachzucht je nach Haltung wenig bis mittel.

Gesamtlänge: 13 Männchen 11 Weibchen

Herkunft: Ostmadagaskar

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Diese Art hat es auf das Logo der IG-Phelsuma geschafft.

Phelsuma ravenala RAXWORTHY et al., 2007 (Ravenalataggecko):

Vermutlich nicht mehr im Terrarienbestand. Diese Art ist für Einsteiger gut geeignet. Sie ist nicht sehr scheu und verkraftet kleinere Haltungsfehler gut. Leider verblasst sie als Nachzucht ein wenig. Vermutlich ein Juniorsynonym zu P. dubia.

Gesamtlänge: 13cm

Herkunft: Ostmadagaskar

Ablageverhalten: Eikleber

Besonderes: Die Art wurde nur anhand von genetischen Unterschieden und einer angeblichen Lebensweise, welche sich auf den Baum des Reisenden (Ravenala madagascariensis) konzentrieren soll, beschrieben.

Phelsuma robertmertensi MEIER, 1980 (Robert Mertens‘ Taggecko):

Diese Art ist für Einsteiger gut geeignet. Sie ist nicht sehr scheu, sie verblasst nicht als Nachzucht und verkraftet kleinere Haltungsfehler gut.

Gesamtlänge: Männchen 12cm Weibchen 9cm

Herkunft: Komoren (Insel Mayotte)

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Diese Art hat eine schlichte Aktivitätsfärbung und eine Prachtfärbung, welche sie innert Sekunden annehmen kann.

Phelsuma roesleri GLAW et al., 2010 (Röslers Taggecko):

Wird vermutlich bisher nicht in Terrarien gepflegt.

Gesamtlänge: 11cm

Herkunft: Nordmadagaskar

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Diese Art wurde erst im Jahre 2010 beschrieben (GLAW et al. 2010)

Phelsuma rosagularis VINSON & VINSON, 1996 (Rosakehltaggecko):

Sehr selten verfügbar, vor allem Männchen. Ich erlebe sie als eher scheu und absolut nicht für Neueinsteiger geeignet. Sie benötigt starke Temperaturschwankungen und verblasst als Nachzucht leicht. Weibchen reagieren stark auf Mangelerscheinungen.

Gesamtlänge: 17cm Männchen 14cm Weibchen

Herkunft: Maskarenen (Mauritius Hochland)

Ablageverhalten: Eikleber

Besonderes: Diese Art wurde früher als Unterart von Phelsuma guimbeaui betrachtet. Diese langschwänzigen Tiere aus dem Hochland wurden erst von AUSTIN et al. 2004 in den Artrang gehoben.

Phelsuma seippi MEIER, 1987 (Seipps Taggecko):

Diese Art gilt als sehr aggressiv und muss deshalb zeitweise getrennt gehalten werden. Deshalb nur bedingt für Anfänger geeignet. Ansonsten jedoch eine eher wenig scheue Phelsume aus Regenwaldgebieten, welche nur leicht bis gar nicht verblasst.

Gesamtlänge: 14cm

Herkunft: Nordwestmadagaskar

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Im Lokobé Forest an Baumstämmen zu beobachten, wo sie sich Phelsumen typisch möglichst immer auf der abgewandte Seite aufhalten.

Phelsuma serraticauda MERTENS, 1963 (Sägeschwanztaggecko):

Die Art gilt als sehr aggressiv und muss deshalb zeitweise getrennt gehalten werden. Sie braucht starke Temperaturschwankungen. Aus diesen Gründen nicht für Anfänger geeignet. Ansonsten jedoch eine eher wenig scheue Phelsume, welche nur leicht bis gar nicht verblasst. 

Gesamtlänge: Männchen 16cm Weibchen 13cm

Herkunft: Ostmadagaskar

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Der flache, breite und gezackte Schwanz brachte den Tieren den deutschen Namen „Sägeschwanztaggecko“.

Phelsuma standingi METHUEN & HEWITT, 1913 (Dornwald- oder Querstreifentaggecko):

Diese Dornwald bewohnende Art ist für Einsteiger gut geeignet. Sie kann sehr zutraulich werden und verblasst bei guter Haltung nur wenig. Kleinere Haltungsfehler verzeiht sie zwar gut, kann aber sehr schnell verfetten und büsst bei schlechter Haltung ziemlich Farbe ein. Vermehren lässt sie sich in grossen Terrarien leider nur selten.

Gesamtlänge: 26cm

Herkunft: Südwestmadagaskar

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Die Jungtiere haben eine fantastische, blau-rot-gestreifte Zeichnung. Es scheint die einzige Phelsume mit einem „Familienleben“ zu sein, was sie auf alle Fälle einzigartig macht. Es konnte beobachtet werden, wie Jungtiere und Gelege von gewissen Paaren aktiv verteidigt wurden.

Haltungsbericht

Phelsuma sundbergi ladiguensis BÖHME & MEIER, 1981 (La Digue-Sundbergs Taggecko):

Diese Unterart ist bedingt für Einsteiger geeignet. Sie ist wenig scheu und verblasst auch nicht als Nachzucht. Leider sind die Tiere in den Terrarien selten geworden, da sie innerartlich teilweise aggressiv sein können, ist eine zeitweise Trennung erforderlich.

Gesamtlänge: 16cm

Herkunft: Seychellen (Insel La Digue)

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Phelsuma sundbergi ist wohl einer der wichtigsten Bestäuber der grössten Nuss der Welt (Coco de mere).

Phelsuma sundbergi longisulae RENDAHL, 1939 (Long Island-Taggecko):

Diese Unterart ist bedingt für Einsteiger geeignet. Sie ist wenig scheu und verblasst auch kaum als Nachzucht. Leider sind die Tiere in den Terrarien selten geworden, da sie innerartlich teilweise aggressiv sein können, ist eine zeitweise Trennung erforderlich.

Gesamtlänge: 14cm

Herkunft: Seychellen (Insel Long Island)

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Unterscheidet sich in Form, Grösse und Farbe stark von der Nominatform und ob diese Unterart nicht Artstatus verdienen würde, wäre definitiv eine Untersuchung wert.

Phelsuma sundbergi sundbergi RENDAHL, 1939 (Sundbergs Taggecko):

Die Nominatform ist bedingt für Einsteiger geeignet. Sie ist wenig scheu und verblasst auch nicht als Nachzucht. Leider sind die Tiere in den Terrarien selten geworden. Da die sonst robusten Tiere innerartlich teilweise aggressiv sein können, ist eine zeitweise Trennung erforderlich.

Gesamtlänge: 20cm

Herkunft: Seychellen (Insel Praslin)

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Phelsuma sundbergi ist wohl einer der wichtigsten Bestäuber der grössten Nuss der Welt (Coco de mere).

Phelsuma vanheygeni LERNER, 2004 (Vanheygens Taggecko):

Diese Art ist vermutlich nicht mehr in den Terrarien anzutreffen. Sie verhält sich wenig scheu. Sie sind nicht ganz einfach zur Fortpflanzung zu bewegen und die Aufzucht von Jungtieren bereitet Schwierigkeiten, deshalb eher dem fortgeschrittenen Halter empfohlen.

Gesamtlänge: 8cm

Herkunft: Nordwestmadagaskar

Ablageverhalten: Eikleber

Besonderes: Die Jungtieren haben im Gegensatz zu den adulten Tieren orange Längsstreifen auf dem Rücken.

Phelsuma v-nigra anjouanensis MEIER, 1986 (Anjouan-Schwarz-V-Taggecko):

Vermutlich nicht im Terrarienbestand verfügbar. Wenig scheu und verblassen als Nachzucht leicht.

Gesamtlänge: 11cm

Herkunft: Komoren (Insel Anjouan)

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Nach der Insel benannt, auf der sie endemisch leben.

Phelsuma v-nigra comoraegrandensis MEIER, 1986 (Komoren-Schwarz-V-Taggecko):

Selten verfügbar, wenig scheu und verblassen leicht als Nachzucht. Für Einsteiger ist die Art bedingt geeignet. Sehr kleine Jungtiere.

Gesamtlänge: 9.5cm

Herkunft: Seychellen (Insel Grande Comore)

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Hybridisiert in der Natur vermutlich mit der Nominatform, da immer wieder Tiere mit Schiffen von der einen zur anderen Insel verschleppt werden.

Phelsuma v-nigra v-nigra (BOETTGER, 1913) (Schwarz-V-Taggecko):

Selten verfügbar. Die Art ist wenig scheu und verblasst nicht als Nachzucht. Die Vermehrung erweist sich als nicht einfach. Für Einsteiger vor allem wegen ihres Seltenheitswertes nur bedingt geeignet.

Gesamtlänge: 10cm

Herkunft: Komoren (Insel Mohéli)

Ablageverhalten: Eifreileger

Besonderes: Hybridisiert in der Natur vermutlich mit P. v. comoraegrandensis, da immer wieder Tiere mit Schiffen von der einen zur anderen Insel verschleppt werden.

Literatur:

AUSTIN, J.J., ARNOLD, E.N. & JONES, C.G. (2004): Reconstructing an island radiation using ancient and recent DNA: the extinct and living day geckos (Phelsuma) of the Mascarene islands. – Molecular Phylogenetics and Evolution, San Diego, 31: S. 102–109.

BERGHOF, H.P. (2014): Taggeckos der Gattung Phelsuma – Lebensweise, Haltung, Nachzucht. 3. Auflage – Münster (Natur und Tierverlag GmbH): 191 S.

CHEKE, A. & HUME, J. (2008): Lost Land of the Dodo – New Haven and London (Yale University Press): 464S.

CROTTINI, A., GEHRING, P. S., GLAW, F., HARRIS, D.J., LIMA, A. & VENCES, M. (2011): Deciphering the cryptic species diversity of dull-coloured day geckos Phelsuma (Squamata: Gekkonidae) from Madagascar, with description of a new species. Auckland. – Zootaxa, Nr. 2982: S. 40-48.

GEHRING, P. S., GLAW, F., GEHARA, M., RATSOAVINA, F.M. & VENCES, M. (2013): Northern origin and diversification in central lowlands? – Complex phylogeography and taxonomy of widespread day geckos (Phelsuma) from Madagascar. – Organisms,
Diversity and Evolution. DOI 10.1007/s13127-013-0143-5: 16 S.

GLAW, F. GEHRING, P:S:, KÖHLER, J., FRANZEN, M. & VENCES, M. (2010): A new dwarf species of day gecko, genus Phelsuma, from the Ankarana pinnacle karst in northern Madagascar. Mannheim. Salamandra 46 (2): S. 83-92.

HALLMANN, G., KRÜGER, J. & TRAUTMANN, G. (2008): Faszinierende Taggeckos – die Gattung Phelsuma. 2. Auflage. – Münster (Natur und Tier Verlag GmbH): 254 S.

HARMON, L. J., MELVILLE, J., LARSON, A. & LOSOS, J.B. (2008): The role of geography and ecological opportunity in the diversification of Day Geckos
Phelsuma. – Oxford. Systematic Biology 57 (4): 562–573.

HOFMANN, T. (2012): Die „unscheinbaren Taggeckos“ Oder doch Juwelen aus dem Süden Madagaskars? Phelsuma modesta in Biotop und Terrarium. – Mannheim. TERRARIA Nr. 33: 7 (1): S. 68–75.

ROCHA, S., RÖSLER, H., GEHRING, P.S., GLAW, F. POSADA, D., HARRYS, J. S. & VENCES, M. (2010): Phylogenetic systematics of day geckos, genus Phelsuma, based on molecular and morphological data (Squamata: Gekkonidae) – Auckland. Zootaxa, Nr. 2429: S.1-28.

RÖLL, B. (1999): Biochemical and morphological aspects of the relationship of the Namaqua day gecko to Phelsuma and Rhoptropus (Reptilia: Gekkonidae). – Zoology, 102: S. 50-60.

RÖLL, B. (2016): Vortrag IG Phelsuma. Göttingen, Oktober 2016